Referenteninterviews | GERMAN MANAGEMENT RUN

Referenteninterviews

„Bin ja nicht auf den Mund gefallen"

„Bin ja nicht auf den Mund gefallen"

Hubert Schwarz ist Extremsportler, Motivationstrainer und Buchautor. Er steht beim Symposium FIT FOR MANAGEMENT im Rahmen des 1. GERMAN MANAGEMENT RUN in Bad Saarow auf der Bühne.

Soeben wegen eines Unfalls vom Krankenhaus entlassen, stehen Sie diese Woche bereits wieder als Referent auf einer Bühne. Woher dieser Antrieb für die Themen Gesundheit, Motivation und Führung?

Mit der richtigen Einstellung und Leidenschaft schafft der Mensch weit mehr, als er denkt. Für das wofür unser Herz brennt, sind wir auch bereit uns weit mehr zu engagieren.  Diese Erkenntnis gilt nicht nur für Sport, sie lässt sich auch auf den beruflichen Alltag und andere Lebensbereiche übertragen. Natürlich könnte ich mich jetzt 6 Wochen ins Bett legen -  bei einem Beckenbruch sind 6 Wochen ohne Belastung Pflicht – aber ich bin ja nicht auf den Mund gefallen. Sprechen kann ich noch. Also suche ich nach Möglichkeiten meinen Vortrag doch zu halten.

Was können die Teilnehmer des GERMAN MANAGEMENT RUN vom Extremsportler lernen?

Der Extremsport ist natürlich meine persönliche Story. Das sollte wirklich niemand nachmachen. Aber Extremsportler verschieben ihre Grenzen, weil sie bereit sind die eigene Komfortzone zu verlassen, einen Schritt mehr zu machen und damit  über  sich hinauswachsen.  Niemand muss das in dieser Form nachmachen, doch wenn wir  nicht gleich beim ersten misslungenen Versuch aufgeben, es ein zweites und drittes Mal versuchen haben wir vielleicht Chancen unser Ziel zu erreichen.  Wir alle und vor allem Führungskräfte müssen verstehen, dass sie als Person wirken. Wir können nicht nicht wirken! Das müssen wir verstehen!  Führungskräfte sind Vorbilder. Wenn der Chef aktiver Läufer ist, nehmen das Mitarbeiter wahr und vielleicht erkennt der ein oder andere  dies als Triebfeder für den persönlichen Erfolg. Das gebe ich jedem mit auf den Weg, egal in welche Richtung.  Extremsport setzt Disziplin voraus und  Disziplin ist reine Kopfsache. Einfach ausgedrückt heißt das: Führe Dir jeden Tag neu Dein Ziel vor Augen und Disziplin wird Dir auch leicht fallen. Solange wir von dem überzeugt sind, was wir tun und solange wir von etwas träumen, haben wir Grund genug, uns anzustrengen, uns zu verausgaben.

Wer das „warum“ kennt findet auch zum „wie“!  Was müssen Manager tun, um ihre Arbeit mit der eigenen Gesundheit in Einklang zu bringen?


Sich gesund ernähren, regelmäßig bewegen, eine Strategie gegen Stress und Belastung entwickeln, die Ausgewogenheit mit Familie und persönlichen Interessen herstellen. Einen sehr wichtigen und großen Einfluss hat unser Umfeld. Im Sport musste ich Hochleistung erbringen, der Manager erbringt jeden Tag auf andere Weise Hochleistung, doch beides ist absolut vergleichbar. Auch wenn ich alleine am Rad sitze und jeden Kilometer auch selbst fahren muss, habe ich ohne mein Team keine Chance. Das Team unterstützt mich nicht nur logistisch, materiell und organisiert alle Verpflegung, es hat vor allem einen starken Einfluss auf meine Leistung. Ein gutes Team stärkt den Einzelnen! Ähnlich ist es in Unternehmen. Sind es Menschen die dich blockieren oder sind es Menschen die dich in deinem Tun fördern und unterstützen. In Unternehmen bzw. für Führungskräfte ist es von großer Wichtigkeit die richtigen Teams zusammen zu stellen, denn davon hat man selbst am meisten.

Vielen Dank für das Interview!